Was ist Craft Beer

Was ist Craft Beer?Definition, Herkunft und wie’s schmeckt

Wann ist Bier eigentlich Craft Beer? Woher kommt’s? Und ist das wirklich nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut? Erfahre hier alles, was Du wissen musst!

Ist jedes Craft Beer IPA? Nein. Wird Craft Beer nach dem Reinheitsgebot gebraut? Meistens schon. Craft Beer schmeckt nicht? Gewagte Aussage – lies selbst, warum:

  1. Was ist Craft Beer?
  2. Woher stammt Craft Beer?
  3. Welche Craft-Beer-Sorten gibt es?
  4. Warum ist Craft Beer meist teurer?
  5. Wie trinkt man Craft Beer?
  6. Was sind die besten Craft Biere?
  7. Wo kann man Craft Beer kaufen?

1. Was ist Craft Beer?

Craft Beer (auch Craftbier oder Craft-Bier) bedeutet übersetzt soviel wie „handwerklich gemachtes Bier“. Eine offizielle Definition gibt es nur in den USA, in Deutschland aber nicht – würden die amerikanischen Kriterien auch in Deutschland gelten, wäre fast jede Brauerei eine Craft-Brauerei.

Craft Beer Definition in den USA

Die US Brewers Association definiert eine Craft-Brauerei als

  • …klein: Maximal 6 Millionen Barrel (etwa 7 Millionen Hektoliter) Ausstoß im Jahr - in Deutschland fiele sogar Bitburger mit 6,8 Millionen Hektoliter (2017) darunter.
  • …unabhängig: Maximal 25 Prozent der Brauerei dürfen zu einem Getränkegroßkonzern gehören.
  • …traditionell: Der Brauer muss sich traditionellen, handwerklichen Methoden verpflichten, der Geschmack darf nicht durch künstliche Aromatisierung entstehen, sondern muss aus „reinen“ Brauzutaten kommen.

Craft Beer öffnen

Wie kann man Craft Beer in Deutschland definieren?

Hierzulande wird Craft Beer oft als Kreativbier bezeichnet, eine klare Eingrenzung gibt es aber nicht. Mit Blick auf verschiedene Meinungen fasst es diese Definition wahrscheinlich gut zusammen:

1. Craft Beer wird mit hochwertigen, natürlichen Zutaten gebraut.

Craft Beer natürliche ZutatenHopfen, Malz, Hefe, Wasser in bester Qualität – damit lässt sich sehr viel zaubern. Beispielsweise sind auch natürliche Kakaobohnen oder Grapefruitschalen angesehen, künstliche Aromastoffe aber nicht. (mehr zu „Reinheitsgebot und Craft Beer“ weiter unten).

2. Craft Beer wird mit viel Leidenschaft gebraut.

Craft Beer Brauer mit LeidenschaftBei Craft-Brauern steht die Passion und nicht nur der reine Profit im Vordergrund. Auch Transparenz und persönlicher Kontakt zu den Konsumenten ist wichtig, das unterscheidet sie von anonymen Großbrauereien. Natürlich müssen aber auch Craft Brauer ihre Miete finanzieren. (Bild: Markus Hoppe von Hoppebräu)

3. Craft Beer hat Geschmack. 

Craft Beer mit GeschmackDer Geschmack steht wieder im Fokus. Das muss nicht immer jedermanns Sache sein, bedeutet aber, dass sich die Brauer intensiv mit eigenen Geschmacksprofilen auseinandersetzen - und so vom Massengeschmack abgrenzen. Das heißt auch, dass für besseren Geschmack bessere Zutaten und dafür höhere Kosten in Kauf genommen werden.

4. Craft Beer wird neu und kreativ überdacht. 

Craft Beer: Kreative Dosen Craft-Brauer überdenken alte Brautraditionen, wagen sich an Neues, sind kreativ. Dabei schließen sich Tradition und Weiterentwicklung nicht aus.

5. Craft Beer wird handwerklich gebraut.

Craft Beer HandwerkDas bedeutet nicht, dass jeder Schritt per Hand gemacht wird, Craft-Brauer nutzen meist modernste Techniken. Craft Beer erfordert aber neben viel Können und Wissen zusätzliche Arbeitsschritte und Experimente , die bei Massenproduktionen übergangen werden.

 

Wie schmeckt Craft Beer?

Craft Beer ist so vielfältig und abwechslungsreich, dass es darauf keine Antwort gibt. Zwar ist Craft Beer oft aromenreicher und geschmacksintensiver als ein „einfaches“ Industriebier, aber auch nicht immer.

Craft Beer kann ein Pils, ein IPA oder jeglicher andere Bierstil sein. Es kommt nicht darauf an, was, sondern wie und mit welcher Intention ein Bier gebraut wird, um es als „Craft Beer“ zu bezeichnen. Wer behauptet „Craft Beer schmeckt mir nicht“ müsste also jedes Craft Beer der Welt probiert und nicht gemocht haben.

Craft Beer Vielfalt

Wird Craft Beer nach dem Reinheitsgebot gebraut?

Craft Beer wird meistens nach dem Reinheitsgebot gebraut. Es lässt die vier Zutaten Hopfen, Malz, Hefe und Wasser zu – daraus kann ein talentierter Brauer sehr viel zaubern.

Aber: Nach dem Reinheitsgebot sind über 50 weitere Verarbeitungshilfsstoffe (zum Beispiel PVPP oder dunkle Malzextrakte für mehr Farbe) erlaubt – so rein ist das vielleicht gar nicht? Natürliche Zutaten sind jedoch untersagt und genau hier scheiden sich oft die Geister. Viele Craft Brauer fordern, dass lieber natürliche Zutaten wie Orangenschalen oder Salz (wie im deutschen Gosebier) zugelassen werden.

Mehr erfahren? Hier geht’s zum Artikel „Das Reinheitsgebot und Craft Beer.“

2. Woher stammt Craft Beer?

Von der sogenannten Craft-Beer-Revolution haben die meisten bereits gehört, sie hat ihren Ursprung in den USA.

Das Einheits-Pilsner

In den 1950er Jahren beherrschten drei große Braukonzerne den gesamten US-Biermarkt: SABMiller, Anheuser-Busch und Molson Coors. Sie alle hatten das Ziel möglichst viel und möglichst billig zu produzieren – so brauten sie alle so ziemlich das gleiche Bier: Ein massentaugliches, unauffälliges Lagerbier.

Wer etwas anderes trinken wollte, musste es selbst brauen. Allerdings gab es noch ein Gesetz aus der Zeit der Prohibition (1922-1930 gab es ein landesweites Verbot von Herstellung, Transport und Verkauf von Alkohol in den USA), das untersagte, Heimgebrautes zu verkaufen – es durfte nur selbst konsumiert werden.

Die US-Brauereien schließen

Vor der Prohibition war die nordamerikanische Bierwelt bunt, denn alle Einwanderer-Völker brauten meist ihr eigenes Bier: So gab es Weizenbier im deutschen, verschiedene Alesorten im englischen und Dry Stouts im irischen Gebiet.

Nach der Prohibition waren nur noch wenige Brauereien übrig, fast alle brauten sie Pilsner, und in den 60er Jahren waren lediglich noch 63 Brauereien aktiv. Die Grafik zeigt die Entwicklung deutlich.

Entwicklung der Anzahl der Brauereien in den USA

Der Start der Craft-Beer-Revolution!

Das alles änderte sich 1978, als der damalige Präsident Jimmy Carter (mit einem leidenschaftlichen Biertrinker als Bruder) das Heimbrau-Verbot aufhob, auch die Hobbybrauer durften ihre Biere nun verkaufen.

Und weil auch die Brauimporte zunahmen, begannen mehr und mehr enthusiastische Bierfans, inspiriert von neuen Geschmacksrichtungen, Alternativen zum Pils zu brauen: Stouts, Porters, IPAs, Saison, Tripel oder Witbier – sie nennen es liebevoll „Craft Beer“ (handgemachtes Bier). Heute gibt es mehr als 5000 Brauereien auf US-amerikanischem Boden.

Craft Beer in Deutschland

Nina Anika KlotzBierjournalistin Nina Anika Klotz erklärt: „Es ist die Besser-Esser-Bewegung, die Craft Beer um 2012 auch in Deutschland ankommen lässt. Wir erleben es bei Schokolade und Kaffee gleichermaßen: Alltagsprodukte werden neu hinterfragt, der Konsument will wissen, woher kommt, was er isst und trinkt, sucht nach Alternativen zum Supermarkteinheitsmatsch. Und lässt sich diese sogar mehr kosten.

Der Gründer der Brooklyn Brewery erklärt bei einem seiner ersten Auftritte in Craft-Deutschland, warum ausgerechnet dieses Bierland in Sachen Craft Beer so spät dran ist: ‚Deutsches Bier war einfach immer zu OK.‘ Die Qualität deutscher Biere ist dank hoher Ausbildungsstandards und des Reinheitsgebotes recht hoch, das dringende Bedürfnis der US-Heimbrauer etwas Besseres brauen zu wollen gab es hier nie.

Was es allerdings schon gibt, ist Platz für andere, unbekanntere Biersorten. Denn was die Vielfalt angeht, finden wir hier zwar einen Haufen Namen und Brauereien, die Bierstile beschränken sich im Grunde aber noch auf Helles und Pils, Weizen und Alkoholfrei.

Ohne Zweifel hat die Craft-Bewegung etwas in der deutschen Bierwelt ins Rutschen gebracht. Sie lässt auch traditionelle Brauer neu und eben kreativ über ihr Bier nachdenken. Und wenn diese dann ein kreatives, anderes Bier brauen – wer wollte ihnen absprechen, es als Craft Beer zu verkaufen?“

Craft Beer Bewegung: We want Beer

Craft Beer weltweit

Im internationalen Vergleich ist Deutschland ein Entwicklungsland, was Craft Beer angeht, in den USA und Großbritannien ist es bereits fest verankert. Am Aufstreben sind derzeit auch Südafrika, die Niederlanden oder gar Italien.

3. Welche Craft-Beer-Sorten gibt es?

India Pale Ale, Pale Ale, StoutPorter, Saison, Gose, Witbier, fassgereifte Spezialitäten – letztendlich kann jede Biersorte Craft Beer sein. Auch ein gängiges Pils oder Weizen kann kreativ überdacht und hochwertig gebraut werden wie zum Beispiel Welde No. 1 Pils oder Wolfscraft Viel Weizen Bio.

Das bedeutet auch: Nicht jedes Craft Beer ist ein IPA. Dies wird lediglich oft angenommen, weil IPA Bier (lies hier, was ein IPA Bier ist) als der Referenzbierstil der US-Craft-Beer-Bewegung gilt.

In Deutschland beschränkt sich die Vielfalt an Biersorten im Allgemeinen auf Pils, Helles, Weizenbier und einige lokale Sorten wie Altbier oder Rauchbier. Mit der Craft-Brauer-Bewegung werden auch alte und internationale Bierstile wiederbelebt und der „Massengeschmack“ überdacht.

Craft Beer - was ist das genau?

4. Warum ist Craft Beer meist teurer?

Ein IPA oder holzfassgereiftes Bockbier kostet oft mehr als ein klassisches Pilsner oder Helles. Brauer Max Spielmann von Welde erklärt, warum:

  • Hochwertige Zutaten sind teurer: „Für eine gute Suppe braucht man gute Knochen - nicht anders ist es beim Bier. Die richtig guten, aromareichen Hopfen sind teuer. Ähnlich verhält es sich mit speziellen Malzen, Hefen und Gewürzen.“
  • Handarbeit bedeutet Qualität und Zeit – und Geld: „Klar werden moderne Techniken genutzt, aber gerade Craft Beer erfordert neben viel Wissen, Können, Mut und Experimentierfreude auch zusätzliche Arbeitsschritte, die Großbrauereien aufgrund von Skalierungseffekten und Kostendruck umgehen.“
  • Besondere Biere werden besonders verpackt: „Sie landen nicht nur in einer 0815-Flasche, sondern bekommen eine meist kostspieligere und schönere Verpackung.“ 
  • Craft Beer ist keine Massenware: „Craft Beer wird viel in Einzelflaschen, nicht als Kistenware verkauft. Auch die Masse an wenig in Erscheinung tretenden Kosten wie Wasser- und Energiekosten, Transport, Biersteuer, Personalkosten, Marketing und Vertrieb beeinflussen den Preis.“

5. Wie trinkt man Craft Beer?

Craft Beer wird viel mehr verkostet statt „heruntergekippt“. Ähnlich wie bei Wein geht eher darum, die individuelle Aromenvielfalt eines Bieres zu entdecken und zu schätzen. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht unbedingt. Auch die Temperatur spielt dabei eine Rolle, je kälter das Bier, desto weniger können sich die Aromen entfalten. Lies hier, welche ideale Trinktemperatur Bier haben sollte.

Craft Beer im Glas zum Verkosten

Oft werden Verkostungsgläser zum Trinken verwendet, theoretisch gibt es für jeden Bierstil die passende Glasempfehlung, aber ein tulpenförmiges (Wein)glas reicht vollkommen.  

Ein großer Trend ist außerdem das passende Craft Beer zum passenden Essen zu kombinieren. Ein IPA passt beispielsweise sehr gut zu scharfen Speisen wir Peperonipizza, ein Sauerbier geht gut mit Fisch oder Salat (ähnlich Weißwein) und ein röstiges Stout passt toll zu schokoladigem Dessert.

Tipp: Auf jeder Beerwulf-Produktseite findest Du die je passende Glas- und Essensempfehlung zum Bier.

Craft Beer mit Glas und Essensempfehlung

Mehr erfahren? Hier geht’s zum Artikel „Bierverkostung zuhause: Die besten Tipps & Verkostungsformular.“

6. Was sind die besten Craft Biere?

Das muss jeder selbst entscheiden, je mehr Du probierst und Dich mit den verschiedenen Bierstilen und Aromen auseinandersetzt, desto mehr Spaß und Faszination wirst Du daran finden. Ein guter Einstieg für eine Reise durch die Bierwelt ist zum Beispiel das Bierverkostungs-Pack

7. Wo kann man Craft Beer kaufen?

Lange gab es Craft Beer nur in speziellen „Craft-Beer-Shops“ oder beim Brauer direkt. Nun ist Craft Beer zunehmend mehr in Getränkemärkten und Supermärkten zu finden. Der einfachste Weg – bestell direkt online bei uns

Jede volle Bierbox wird kostenlos versendet, bestellst Du vor 17 Uhr, wird Dein Paket in 48 Stunden geliefert oder Du wählst alternativ einfach  Deinen Wunschliefertag. Willst Du es als Geschenk versenden, füge einfach Deine persönliche Nachricht zu und lass das Pack gar direkt zum Empfänger liefern (die Rechnung erhältst nur Du per Mail).

Craft Beer in Deutschland - setzt sich das durch?

Die Craft-Beer-Philosophie ist bei uns angekommen, ob jedoch der Begriff „Craft Beer“ bleibt? Die meisten Bierexperten sagen Nein - Craft Beer ist in Deutschland bereits zu negativ besetzt. „Kreativbier“ oder „besondere Biere“ werden als Alternativen angegeben. 

Nina Anika Klotz bringt es auf den Punkt:

„Die Craft Beer Revolution hat gewonnen, wenn der Begriff Craft Beer nicht mehr nötig ist. Wenn wir einfach von Bier sprechen und gutes, vielfältiges Bier damit meinen.“ 

Und solange jeder das trinkt, was ihm am besten schmeckt, ist es doch egal, wie wir es nennen. Du willst selbst den Schritt in die spannende Biervielfalt wagen? Dann entdecke unsere Bierboxen - unser Tipp für den Anfang, starte mit dem Bierverkostungs-Pack oder dem Biere aus aller Welt Pack. Prost!

Mehr spannende Artikel?

Bierverkostung zuhause: Die besten Tipps + Verkostungsbogen
Reinheitsgebot und Craft Beer: Passt das zusammen?
Weizen vs. Witbier: Was ist der Unterschied?
Alle Artikel anzeigen

Bestell Dir jetzt Dein Pack zu Dir nach Hause
ALLE PACKS ANSCHAUEN

Bist Du 18 Jahre oder älter?

Du kannst nur Craft Beer kaufen, wenn Du 18 Jahre oder älter bist. Wir verkaufen kein Bier an Minderjährige. 

Stimmst Du dem Gebrauch von Cookies zu?

Wir verwenden Cookies, um Dir ein angenehmes Erlebnis auf unserer Website zu ermöglichen (lies unsere Datenschutz- und Cookie-Richtlinien).