trapppistenbier aus klosterbrauereien

Was ist eigentlich Trappistenbier?Geheime Zutaten & von Mönchen gebraut

Trappistenbier wird noch heute unter Aufsicht von Mönchen gebraut – in den nur 12 existierenden (meist belgischen) Trappistenbrauereien. Welche sind das? Was macht Trappistenbier so besonders? Und wie schmeckt es?

„Flüssiges bricht das Fasten nicht.“ Diese Regel veranlasste Mönche bereits vor Jahrhunderten dazu, kräftiges Bier einzubrauen und gegen den Hunger in der Fastenzeit zu trinken. Noch heute hat Trappistenbier einen ausgezeichneten Ruf, genießt Kultstatus und ist begehrt unter Bierkennern. Doch was genau ist Trappistenbier?

Definition: Wann ist Bier ein Trappistenbier?

Trappistenbier ist kein Bierstil an sich, sondern viel mehr eine Auszeichnung. Noch heute von Mönchen gebraut, gehört es zu den Abteibieren.

Mareike Hasenbeck

Wer sein Bier aber als Trappistenbier bezeichnen will, muss bestimmte Kriterien erfüllen. Biersommelière Mareike Hasenbeck bringt es auf den Punkt:

„Ein Trappistenbier muss (1) innerhalb der Klostermauern (2) unter Aufsicht der Trappistenmönche gebraut werden. Mit der Bierproduktion dürfen außerdem (3) keine Gewinne erzielt, sondern lediglich die Kosten für das Leben im Kloster gedeckt werden, zusätzliche Erlöse gehen an wohltätige Zwecke.“

Nur, wer diese Bedingungen erfüllt darf das sechseckige „Authentic Trappist Logo“ tragen, das von der internationalen Trappistenvereinigung verliehen wird. Auch andere Produkte wie Käse oder Likör können diese Ehre erhalten, so gibt es heute insgesamt 20 anerkannte Trappistenklöster weltweit. Trappistenbier brauen jedoch nur zwölf.

Wie schmeckt Trappistenbier und wie wird es getrunken? Direkt zum Absatz.

Die 12 Trappistenbrauereien weltweit

Von den heutigen zwölf Trappistenbrauereien weltweit, befinden sich sechs in Belgien, zwei in den Niederlanden, eine in Österreich, eine in den USA, eine in Italien und seit Kurzem eine in Großbritannien (Stand Anfang 2019). Lange zählten lediglich die sechs belgischen und eine niederländische Brauerei dazu, erst ab 2012 kamen weitere internationale Klöster dazu. Das sind sie alle:

Rochefort Bier1. Rochefort in Rochefort (Belgien 🇧🇪): Die erste Erwähnung einer Brauerei ist bereits 1595 datiert. In der Abtei „Notre-Dame de Saint-Rémy“ werden heute drei Biere gebraut – Rochefort 6 (rot - Dubbel), Rochefort 8 (grün - Belgian Strong Dark Ale) und Rochefort 10 (blau - Quadrupel).

Westmalle2. Westmalle in Westmalle (Belgien 🇧🇪): Eine Trappistenabtei seit 1836 – hier wurde in den 30er Jahren das erste Tripel gebraut - Westmalle Tripel gilt deshalb auch als Mutter der Tripel. Die Mönche brauen außerdem das legendäre Westmalle Dubbel sowie Westmalle Extra. Letzteres wird nur zwei Mal im Jahr ausschließlich für Mönche und Gäste gebraut.

Westvleteren Bier3. Westvleteren in Vleteren (Belgien 🇧🇪): Die Brauerei in der „Sankt Sixtus Abtei“ existiert bereits sei 1839. 2005 wurde Westvleteren 12 zum besten Bier der Welt erkoren. Mareike Hasenbeck verrät:

„Um an ein Westvleteren heran zu kommen braucht man Zeit und starke Nerven. Die drei Sorten, die nur mit den Nummern 6, 8 und 12 gekennzeichnet sind, werden nicht im herkömmlichen Handel vertrieben, sondern ausschließlich direkt im Kloster verkauft. Produziert werden pro Jahr insgesamt 6000 Hektoliter. Die Sorte Westvleteren 12 zählt auf der Online-Ranking-Plattform „RateBeer“ mit 100 Punkten zu den besten Bieren der Welt.

Durch künstliche Verknappung ist die Nachfrage größer als die Produktion. Deswegen sind nicht immer alle Sorten verfügbar. Per Telefon können sich Interessenten anmelden und zum vorgegebenen Termin maximal zwei Holzkisten mit je 24 Flaschen abholen. Der Clou: Anrufen können Bierfans nur an bestimmten Tagen an nur zwei bestimmten Stunden. Da der Andrang so enorm ist, braucht jeder Anrufer großes Glück, um überhaupt durchzukommen.“ 

Achel Bier4. Achel in Achel (Belgien 🇧🇪): In der „Sint-Benedictusabdij de Achelse Kluis“ wird seit 1852 Bier gebraut. Im ersten Weltkrieg wurde die Brauerei zerstört und erst 1998 wieder aufgebaut - heute gibt es Achel Blond, Bruin, Extra Blond und Extra Bruin.

Chimay Bier5. Chimay in Chimay (Belgien 🇧🇪): In der Abtei „Notre-Dame de Scourmont“ begannen Mönche 1862 mit dem Brauen. Heute gibt es vier besondere Chimay Biere zu entdecken: Chimay Blanche oder „Cinq Cents“ (weiß), Rouge oder „Première“ (rot), Bleue oder „Grande Réserve“ (blau) und Dorée oder „Patersbier“ (gold).

La Trappe Bierflasche6. La Trappe in Berkel-Enschot (Niederlande 🇳🇱): Seit 1884 zählt Bier in der „Brouwerij de Koningshoeven“ als wichtige Einnahmequelle. Zwischen 1999 und 2005 mussten sie das Trappistenlogo übrigens ablegen  – inzwischen dürfen sie es wieder tragen und brauen La Trappe Blond, DubbelQuadrupel, Isid’or, Bockbier, Tripel, Oak Aged, Witte Trappist und Puur (Bio).

Orval Bier7. Orval in Florenville (Belgien 🇧🇪): Seit 1932 wird hier das berühmte Orval gebraut. Durch die Bettanomyces (Brett) Hefe kann sich das Geschmacksprofil während des Reifens komplett verändern und neue komplexe Aromen erschaffen. Deshalb wird auch das Abfülldatum auf die Flasche gedruckt.

Stift Engelszells Bier8. Stift Engelszell in Engelhartszell (Österreich 🇦🇹): Die einzige Trappistenbrauerei Österreichs braut erst seit 2012. Die drei Biere Gregorius, Benno und Nivard sind drei einst dort lebenden Trappistenmönchen namentlich gewidmet.

Zundert Bier9. Zundert in Klein Zundert (Niederlande 🇳🇱): Die Abtei „Maria Toevlucht“ war Ende des 19. Jahrhunderts Zuflucht der Trappistenmönche aus Koningshoeven (La Trappe). Erst 2013 kam ihr erstes Bier auf den Markt: Zundert 8. Seit 2018 gibt es auch das Zundert 10.

Klostergarten mit Backstein10. Spencer in Spencer (USA 🇺🇸): Ebenfalls 2013 begannen die Mönche der „St. Joseph’s Abtei“ mit dem Brauen von Trappistenbier. Ganz klassisch wie das Spencer Trappist Ale, Holiday Ale und Monks Reserve Ale, aber auch als Trappist Craft Serie mit Trappist Imperial Stout, IPA, Premium Pilsner und Vienna Lager.

Eukalyptus Tre Fontane11. Tre Fontane in Rom (Italien 🇮🇹) (2015): Seit 2015 zählt auch eine Trappistenbrauerei in Italien dazu - mit einem ganz besonderen Bier: Tre Fonate Tripel. Im Klostergarten angebauter Eukalyptus sorgt für spannende Aromen.

Gang in Kloster12. Mount St. Bernard in Coalville (Großbritannien 🇬🇧): Nahe Leicester ist 2018 schließlich die jüngste und erste englische Trappistenbrauerei dazugekommen. Sie brauen das Tynt Medaow nach altem Rezept.

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Trappistenbier – und wie schmeckt`s?

Nicht immer einfach zu erwerben und nur etwa 40 Sorten weltweit - klar das Trappistenbier eine Rarität ist, aber nicht nur deshalb ist es so beliebt.

Wie wird Trappistenbier gebraut?

Trappistenbier muss nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut werden, das Rezept basiert natürlich trotzdem auf Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Das Besondere an der Hefe: Die Abteien ziehen ihre eigene Trappistenhefe heran, weshalb auch der Name dieser Trappistenhefen geschützt ist z.B. gibt es Trappisten® Hefe Rochefort oder Trappisten® Hefe Orval (Bild: Orval Kloster in Belgien). Der Hopfen stammt nicht selten aus dem eigenen Klostergarten oder zumindest der Region. In der Brauerei Tre Fontane zum Beispiel wird der zugegebene Eukalyptus um das Kloster angebaut. 

Orval Kloster - Trappistenbrauerei in Belgien

Der Fokus eines Trappistenbiers liegt aber meist auf Malz statt Hopfen, teilweise wird auch Zuckersirup oder Honig hinzugefügt. Das wiederum sorgt für einen hohen Alkoholgehalt.

Eine meist zweite Gärung in der Flasche sorgt dafür, dass sich weitere komplexe Aromen entfalten können und die Haltbarkeit der Biere recht lang ist. Das Orval zum Beispiel kann während der Flaschengärung sein Geschmacksprofil komplett verändern - das liegt an der verwendeten Brett-Hefe.

Wie schmeckt ein Trappistenbier?

Jedes Trappistenbier schmeckt natürlich anders. Insgesamt kann man sie grob als obergärige, meist belgische Ales beschreiben, die gängigsten Stile sind Dubbel, TripelQuadrupel und Blondbier

Sie alle haben einen relativ hohen Alkoholgehalt von oft 8 - 12 %, den man aber nicht unbedingt schmeckt. Der Fokus liegt eher auf Malz und Hefe statt Hopfen - daher sind Trappistenbiere meist fruchtig-weich durch die Trappistenhefe und süßlich durch Malz. Aufgrund verschiedener Gärungsformen gibt es je spannende und komplexe Aromen zu entdecken - von Trockenfrüchten über Karamell bis Banane. Einige Beispiele:

  • Westmalle Tripel gilt als Mutter der Tripel mit komplexen, fruchtigen Aromen nach reifen Bananen, Kräutern und mir einer angenehmen Schärfe.
  • La Trappe Blond ist ein belgisches Blondbier - süß, jedoch mit einer sanften Bitterkeit als Ausgleich. 
  • Chimay Rood ist ein erdbraunes Dubbel, voller fruchtiger und süß-malziger Aromen von Karamell, Brot und Banane.

Aber: Beispielsweise ist auch das IPA von Spencer ein Trappistenbier, hier liegt der Fokus aber auf dem IPA-typischen Hopfen und bitterem Geschmack.

Trappistenbier Orval einschenken

Wie trinkt man Trappistenbier?

Trappistenbiere sollten nicht zu kalt getrunken werden, da sich bei zu niedrigen Temperaturen die komplexen Aromen nicht richtig entfalten können (lieber Keller- als Kühlschranktemperatur).  Eine gute Faustregel ist, sich am Alkoholgehalt zu orientieren – Achel Blond beispielsweise hat 8 % Alkohol und wird am besten bei 8°C genossen. Mehr über die richtige Trinktemperatur von Bier erfährst Du hier. 

Als Glas eignet sich idealerweise ein Trappistenglas – in dieser offenen „Schale“ können sich die Aromen gut entfalten und das Bier gut atmen. Du musst aber nicht extra ein Glas kaufen - ein tulpenförmiges Glas erfüllt auch seinen Zweck. Oft befinden sich Hefesedimente am Flaschenboden - einige mögen sie im Bier, andere nicht. Unser Bierexperte Nathan empfiehlt stets, sie zumindest zu probieren - sie sind gesund und offenbaren tolle Aromen.

Und was schmeck dazu? Da jedes Trappistenbier andere Aromen hat, gibt es je individuelle Menüempfehlungen. Zu vielen passen Steak, Schokolade oder reifer Käse – aber schau Dir zu jeder Flasche einfach die perfekte Essenempfehlung auf unseren Produktseiten an. Hier findest Du auch die ideale Trinktemperatur und Glasempfehlung.

Westmalle Tripel Produktseite

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