Nina Anika Klotz: Winterbiere

Ninas dunkle Biere für die dunkle Jahreszeit5 Winterbiere von Nina Anika Klotz

Es ist noch dunkel. Draußen. Und im Glas. Der Winter ist die Zeit der dunklen Biere. Einkuscheln, Füße hoch, Netflix & chill… - nice! Hier eine Auswahl supersexy dunkler Biere von Nina Anika Klotz, Biersommelière und Herausgeberin von Hopfenhelden.de.

Teil 3 unserer Winterbier-Serie: Nach Nathan Hak (Nathans Top 10 Winterbiere) und Mareike Hasenbeck (Mareikes hammerharte Biere für den Winter) stellt hier Nina Anika Klotz, Biersommelière und Gründerin von hopfenhelden.de, ihre Favoriten für die dunkle Jahreszeit vor. 

Als Bier noch einfach Bier und damit in der Regel Pils war, gab es keine saisonalen Unterschiede. Was bei 34 Grad im Schatten runterkühlte, sollte auch bei Minus sieben von Innen wärmen, irgendwie. Klappt nur nicht so gut und aus der Not tranken wir winters also Glühwein. Schlimmer Schädel am nächsten Tag hin oder her.

Dunkle Biere für dunkle Tage

Besser: Der Griff ins Regal mit der Überschrift „Porter & Stout“. Oft stehen die beiden obergärigen Bierstile eng beisammen, weil ihre Geschichte auch eng verwoben und Übergang bisweilen schleichend ist: Porter und Stout sind Biere einer Familie.

Alles Porter oder was?

Früher, im England des späten 17. Jahrunderts, war Porter das, was bei uns heute das Pils ist: ein Synonym für Bier. Wer Bier bestellte, bekam Porter vorgesetzt, ein vollmundiges, dunkles, obergäriges Gebräu. Bevor man den Vorgang des Malzröstens in den Griff bekam, war Bier – überall in Europa – immer eher dunkel.

Das Alltagsbier bekam seinen Namen von einer besonders komsumfreudigen Verbrauchergruppe, den Londoner Hafenarbeiten, den Porters. Für den auf seinen Status bedachten Briten der Upper Class stellte sich, als das Porter den Stempel „Arbeiterbier“ hatte, die Frage, was er denn nun trinken könne. So entwickelte sich das Stout nach und nach zu einem eigenständigen Bierstil.

Hafenarbeiter trinken Porter

Vom Porter zum Stout

Angefangen hatte es als „Stout Porter“, ein starkes Porter (der Alkoholgehalt des Porter konnte von 5 bis 9 % Vol. variieren). Die ersten Stouts waren also in der Regel mächtige Biere mit vollem Körper, Schokoladen- und Kaffeenoten und viel Alkohol.

Die Unterscheidung stimmt so heute nicht mehr. Im Gegenteil, bei Stout immer die fetten Alkoholbomben zu erwarten ist falsch. Ein Guinness, Prototyp des Irish Dry Stouts, hat weniger Umdrehungen als ein durchschnittliches Pale Ale.

Porter vs. Stout: Schmeckt man den Unterschied?

Porter haben in aller Regel ein angenehm leichtes Biskuit- oder Toastaroma, der Geschmack erinnert an Brot, Nuss und bisweilen Kaffee. Manche Porter bringen die traditionell leicht saure Note mit, andere nicht. Stouts sind dunkelbraun bis nachtschwarz und sollten einen cremigen, leichtbraunen Schaum haben, der nach Kaffee, Schoko oder gar Tiramisu riecht.

5 dunkle Bierempfehlungen für den Winter

Landgang Dunkle Macht

#1 Dunkle Macht von der Landgang Brauerei

Die „Dunkle Macht“ von der Landgang Brauerei in Hamburg bewegt sich schon auf dem schmalen Grat zwischen Porter und Stout, ist mit 6,6 % Vol. recht kräftig und voller toller Röst-, Kaffee- und Schokoladennoten. Komplex und damit ein guter Essensbegleiter!

Mashsee Captain Blaubeer

#2 Captain Blaubeer von Mashsee

Eine besondere Abwandlung des Porters ist das Baltic Porter, ein Porter, das statt mit ober- mit untergäriger Hefe vergoren ist. Ein ungewöhnlicher Vertreter dieser Gattung (aber eben auch ein ungewöhnlich guter) ist „Captain Blaubeer“ von der Mashsee Brauerei in Hannover. Braumeister Kolja Gigla hat dieses Bier nämlich – völlig gattungsuntypisch – mit einer ordentlichen Portion Hopfen gestopft. Kommt super!

BrewDog Black Jet Heart

#3 Jet Black Heart von BrewDog

Als Oatmeal Milk Stout ist das „Jet Black Heart“ von BrewDog in Schottland ein herausragend samtiges, weiches und hervorragend zu trinkendes Stout, das mit moderaten 4,7% Vol. einen jetzt auch nicht gleich mit totaler Bettschwere straft. Ein schönes Bier für den noch jungen Winterabend!

Schoppe Bräu Katerfrühstück

#4 Katerfrühstück Imperial Vanilla Stout von Schoppe Bräu

Die Steigerung von Stout ist das Imperial Stout – extrem hohe Stammwürze, Alkohol bis um 9%. Thorsten Schoppe von Schoppe Bräu Berlin hat mit dem „Katerfrühstück Imperial Vanilla Stout“ da eines auf den Markt gebracht, das begeistert: Kiloweise Vanilleschoten machen es ziemlich unverwechselbar. Ganz sicher nicht zum Frühstück geeignet – aber ein hervorragendes Bier für Sonn- und Feiertage.

Hoppebräu Slyrs

#5 Hoppebräu Slyrs

Und die Steigerung vom Imperial Stout wiederum ist das fassgelagerte Imperial Stout. Mit das beste dieser Art aus Deutschland ist „Slyrs“ von Hoppebräu in Oberbayern  – ein schmatzsattes Imperial Stout mit 11,1 % Vol., monatelang in Whiskeyfässern gelagert. Teuer – aber lohnt sich. Echt!

In diesem Sinne: Genießt die (noch) dunkle Zeit!

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