Klosterbier in Deutschland

Bier von Mönchen: Kloster- & Trappistenbrauereien heuteBierkultur aus heiligen Gemäuern

Klosterbrauereien zählen zu den ältesten Braustätten der Welt und genießen Kultstatus. Weltweit gibt es heute nur noch elf Trappisten-, in Deutschland nur noch zwölf Klosterbrauereien. Mareike Hasenbeck gibt einen Einblick in die Welt der Trappisten- und Klosterbraustätten.

Bis ins hohe Mittelalter war Bierbrauen eine Domäne der Frauen, quasi als Nebenprodukt täglicher Speisenzubereitung. Doch dann entdeckten Mönche den Verkauf von Gerstensaft als höchst lukratives Geschäft und beanspruchten das Handwerk am Sudkessel gewinnbringend für sich. Über Jahrhunderte verfügte fast jeder Orden über eine eigene Braustätte.

Elf Trappistenbrauereien weltweit

Heute sind Trappistenbrauereien wahrscheinlich noch die bekanntesten ihrer Art. Weltweit gibt es noch elf Einrichtungen – sechs davon sind in Belgien zu finden. Durch ein sechseckiges Logo mit der Aufschrift „Authentic Trappist Logo“, repräsentieren Trappistenklöster weltweit ein für Liebhaber geradezu himmlisches Phänomen. Denn das Zeichen besagt, dass das Bier wirklich noch innerhalb oder zumindest im Umfeld der Abteimauern unter Kontrolle der Klostergemeinde gebraut ist.

Das Gebot der Trappistenmönche 

Abteibiere gelten weltweit als etwas ganz Besonderes. Seien es Westmalle, Westvleteren, Achel, Chimay, Orval oder Rochefort – allesamt verfolgen sie noch ganz strenge Regeln. Oberstes Gebot der Trappistenbrüder:

Mit der Bierproduktion dürfen sie keine Gewinne erzielen. Ihre Bestimmung ist es, lediglich die Kosten zu decken und zusätzliche Erlöse für wohltätige Zwecke zu spenden.

Belgische Bierkultur

Typische Abteibiere aus Belgien – nicht nur die Sude von Trappistenmönchen - sind neben den bekannten Blond, Dubbel und Tripel, auch Quadrupel oder Bruin. Dass die belgische Bierszene einiges zu bieten hat, zeigt auch die jüngste Unesco-Auszeichnung vom November 2016. Die Jury zeichnete die Bierkultur zum immateriellen Weltkulturerbe aus. 

Anmerkung von Beerwulf: Die weiteren fünf Trappistenbrauereien sind übrigens La Trappe (Niederlande), Zundert (Niederlande), Stift Engelszell (Österreich), Spencer (USA) und Tre Fontane (Italien). Ein perfekter Einstieg in die Welt der Trappisten-Biere ist unser Trappisten-Pack - 12 klösterliche Biere von 6 Trappistenbrauereien.

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Klosterbrauereien in Deutschland

Während die Belgier sich als Speerspitze bei Klosterbieren verstehen, pflegen Nonnen und Mönche aber auch in Deutschland eine rege Braukultur. So erfanden angeblich die heiligen Brüder des Paulaner-Ordens das bayerische Starkbier.

Bier in der Fastenzeit

Schon im 15. Jahrhundert brauten die Mönche in der Abtei alljährlich kräftig-malzige Sude für die Fastenzeit ein, in der sie auf feste Nahrung verzichten mussten.

Um diese karge Zeit des Hungerns leichter zu überbrücken, tranken die Mönche sättigende Starkbiere. Denn in den Klöstern galt die Regel: „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ – und schließlich erzielt der Genuss von einem Liter des deftigen Gerstensaftes fast dieselbe nahrhafte Wirkung wie der Verzehr einer ganzen Brotzeit. So gilt denn auch der kastanienbraune „Salvator“ aus dem Hause Paulaner mit 7,9 Prozent Alkohol als Ur-Vater der bayerischen Starkbiere.

Bayern: Der Kern der Klosterbrauereien

Von den rund 350 Klosterbrauereien, die es einst in Deutschland gab, sind allerdings nur noch rund ein Dutzend verblieben – alle fast ausschließlich in Bayern. Anders als in Belgien herrschen in den wenigsten davon tatsächlich noch Brüder und Schwestern über das althergebrachte Handwerk im Umgang mit Hopfen und Malz.

Doch die heiligen Gemäuer sind mit ihren Gaststuben und Biergärten immer mehr auch Anlaufstationen für viele Genussmenschen aus aller Welt. Um die Brautradition in Bayern in gemeinsamen Projekten hervorzuheben, schlossen sich im Kloster Kreuzberg inmitten der Rhön gerade erst acht der zwölf noch existierenden Abteien zu einem Förderverein zusammen. Dazu gehören die Klöster Aldersbach, Andechs, Baumburg, Ettal, Kreuzberg, Scheyern (s. Bild), Weißenohe und Weltenburg. Mit speziellen Veranstaltungen wollen sie künftig gemeinsam auf die Besonderheiten der süffigen Abteispezialitäten hinweisen.

Westvleteren: Knapp und begehrt

Während die Bayern versuchen ihre Klosterbiere gemeinsam nach vorne zu bringen, genießt eine belgische Marke schon Kult- und Raritätenstatus. Um an ein „Westvleteren“ aus Westflandern heran zu kommen braucht man Zeit und starke Nerven.

Die drei Sorten, die nur mit den Nummern 6, 8 und 12 gekennzeichnet sind, werden nicht im herkömmlichen Handel vertrieben, sondern ausschließlich direkt im Kloster verkauft. Produziert werden pro Jahr insgesamt 6000 Hektoliter. Die Sorte „Westvleteren 12“ mit mehr als zehn Prozent Alkohol zählt auf der Online-Ranking-Plattform „RateBeer“ mit 100 Punkten zu den besten Bieren der Welt.

Durch künstliche Verknappung ist die Nachfrage größer als die Produktion. Deswegen sind nicht immer alle Sorten verfügbar. Per Telefon können sich Interessenten anmelden und zum vorgegebenen Termin maximal zwei Holzkisten mit je 24 Flaschen abholen.

Der Clou: Anrufen können Bierfans nur an bestimmten Tagen an nur zwei bestimmten Stunden. Da der Andrang so enorm ist, braucht jeden Anrufer großes Glück, um überhaupt durchzukommen. 

Und wie schmecken Dir die Kultbiere?

Tauche selbst in die Welt der Trappisten-Biere ein. Mit dem Trappisten-Pack erhältst Du das beste der Brauereien Brasserie d'Orval, Bierbrouwerij De Koningshoeven (La Trappe), Brouwerij De Achelse Kluis (Achel), Brouwerij Westmalle, Chimay Brouwerij und Brouwerij Rochefort für einen unschlagbaren Preis von 20.95 €. Wir sind gespannt auf Dein Feedback!

Unsere Kloster- und Trappistenbiere

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